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11.03.2015 13:38 vor 3 Jahr(e)

Die Rettungskarte für PKW

Was ist das? Macht das Sinn?

Die Informationen auf einer Rettungskarte. Grafik: MOTOR-TALK GmbH

Die Frage nach dem Sinn einer Rettungskarte für den eigenen PKW lässt sich aus Feuerwehrsicht schnell und kurz mit "Ja!" beantworten.

Rettungskarten geben Aufschluss über die in einem Fahrzeug verbauten Sicherheitseinrichtungen und deren Lage. Sie sind modellspezifisch angelegt und es gibt sie für nahezu jeden modernen PKW. Sie sind über viele Quellen kostenfrei zu beziehen und werden im PKW hinter die Sonnenblende geklemmt. Ein kleiner Aufkleber an der Fensterscheibe weist Rettungspersonal auf das Vorhandensein einer Rettungskarte hin.

 

Was genau ist eine Rettungskarte?

Moderne PKW sind mit allerlei Lebensrettern ausgestattet, welche den Insassen bei einem Unfall möglichst viel Schutz bieten sollen. Leider bergen sie nach einem Unfall auch oft unterschätzte Risiken für den Verunfallten und seine Retter. Auf einer Rettungskarte ist vermerkt, über welche Sicherheitseinrichtungen der PKW verfügt und worauf die Retter beim Arbeiten an einem verunfallten Fahrzeug achten müssen. Hierzu zählen beispielsweise Airbags, Seitenaufprallschutz, Batterie, Gasdruckdämpfer und pyrotechnische Gurtstraffer.

 

Warum sind diese Sicherheitseinrichtungen mit besonderer Vorsicht zu behandeln?

  • Airbags. Löst einer der zahlreich verbauten Airbags bei einem Unfall nicht aus, ist also ein Blindgänger, so besteht die Gefahr, dass er dies zu einem späteren Zeitpunkt nachholt. Im ungünstigsten Fall löst er dann aus, wenn der Notarzt gerade einen Verunfallten versorgt und sich dabei über den Fahrer/Beifahrer beugt.
  • Seitenaufprallschutz besteht aus gehärtetem Stahl und schützt die Insassen vor einer starken Verformung der Fahrerkabine. Nach einem Unfall ist er aber nur noch hinderlich. Er kann nicht mit der Rettungsschere bearbeitet werden ohne zu splittern oder das Werkzeug zu zerstören. Nach einem Unfall kann dies zum Problem werden, da sich solche Fahrzeuge teilweise nur mit erheblichem Zeitaufwand öffnen lassen. Er muss also "umgangen" werden, wozu die genaue Lage der Streben von Interesse ist.
  • Gasdruckdämpfer wie etwa bei Kofferraumdeckeln bergen keine unmittelbare Gefahr, zerstören jedoch durch ihren gehärteten Hubzylinder das Rettungsgerät der Feuerwehr, was zu Verzögerungen führen kann.
  • Pyrotechnische Gurtstraffer können bei Nichtauslösen, wie auch ein Airbag, auch noch nach dem Unfall auslösen. Dies kann zu Quetschungen und weiteren Verletzungen des Insassen führen, welche ja zu diesem Zeitpunkt vermeidbar wären.
  • Die Lage der Batterie ist ebenfalls auf der Karte verzeichnet. Um den Grund hierfür zu verstehen, muss man sich vor Augen führen, dass das Abklemmen der Batterie das Erste ist, was die Feuerwehr am Fahrzeug vornimmt. Es kostet mitunter wichtige Minuten, wenn erst die Motorraumhaube aufgehebelt wird, um dann feststellen zu müssen, dass die Batterie im Kofferraum oder unter dem Fahrersitz ist.

 

Fazit: Eine Rettungskarte hilft dem Rettungspersonal Sie bei einem Unfall sicherer und erheblich schneller aus dem Fahrzeug zu befreien - nicht mehr aber auch nicht weniger. Sollten Sie nicht bereits eine haben, ziehen Sie diesen Gedanken bitte ernsthaft in Erwägung - es dient Ihrer Sicherheit.

 

Die kostenlose Rettungskarte gibt es z.B. hier:

 

 


(jbr)