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16.08.2019 16:05 vor 118 Tag(e)

Gasexplosion im alten Ort

Einsatzübung der Feuerwehr und DRK

Einheitsführer KLF mit Sicherungstrupp (jah)

Einsatzdokumentation am KdoW (sth)

Am 15.08.2019 gegen 20:30 Uhr sind in ganz Offenthal Martinshörner zu hören. Die Fahrzeuge der Feuerwehr Dreieich-Offenthal und des DRK Dreieich sind auf dem Weg zur Einsatzstelle in der Altstadt Offenthals. Hier ist es bei Bauarbeiten in einem Fachwerkhaus zu einer Explosion gekommen, bei der eine komplette Seitenwand im 1. OG eines Hauses nach außen gestürzt ist. Es sind Hilferufe zu hören und aus dem Erdgeschoß dringt dichter Rauch durch die nicht ganz geschlossenen Fenster. Ein erstes Hindernis stellt schon die Anfahrt dar, denn die Einsatzstelle im alten Ortskern ist wie so oft durch parkende PKW schwer zu erreichen. Was die Einsatzkräfte zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen ist, dass sich im Haus ein ca. 7m tiefer Brunnen befindet, in dem zum Zeitpunkt der Explosion ein Arbeiter mit einer Revision zu Gange war und jetzt verletzt an einem Sicherungsseil im Brunnen hängt. Was sich anhört wie ein Drehbuch eines Spielfilms ist eine Einsatzübung der örtlichen Feuerwehr zusammen mit dem DRK. 

Eine solche Übung, bei der die anrückenden Kräfte außer dem Alarmstichwort nicht wissen was auf sie zukommt, findet zweimal jährlich statt. Das Planungsteam hatte sich dieses Szenario ausgedacht, um realitätsnah die Zusammenarbeit der beteiligten Rettungsorganisationen bei einer solchen größeren Einsatzlage zu üben. Weiterhin haben so alle Mannschafts- und Führungskräfte die Möglichkeit realitätsnah zu üben und auch Verbesserungspotenzial zu erkennen.

Nachdem im Erdgeschoß 2 Trupps unter schwerem Atemschutz eine Person im brennenden Wohnzimmer gefunden und das Feuer gelöscht hatten, suchte ein weiterer Trupp nach dem vermissten Arbeiter im Brunnen. Der Arbeiter wurde von einem 70 kg schweren Dummy dargestellt. So wurde parallel zum Brandangriff auch die technische Hilfeleistung bei einer Schachtrettung geübt. Weiterhin waren andere Einsatzkräfte damit beschäftigt, mittels 2-teiliger Steckleiter eine Person aus dem 1 OG zu retten.  Schwierig gestaltete sich auch die Rettung einer Person aus dem Dachgeschoß, die unter Schock stehend das Gebäude nicht verlassen wollte. Die professionelle Darstellung der Verletzten übernahmen Mitglieder des Teams "Notfalldarstellung" des DRK KW Offenbach. Am Ende der Übung, nach ca. 90min, konnte Bilanz gezogen werden. So waren 5 Personen gerettet und dem DRK Dreieich zur weiteren Behandlung übergeben, ein erfolgreicher Brandangriff im Erdgeschoß, eine Personensuche im 1 OG, eine Rettung über Leiter sowie eine Schachtrettung erfolgreich durchgeführt worden.

Nach dieser Übung, so ist sich die Wehrführung sicher, hat die Mannschaft von Feuerwehr und DRK wieder bewiesen, dass sie für den Ernstfall gerüstet ist und auch solche schwierigen Einsatzlagen professionell abarbeiten kann.

Wir danken den Kolleginnen und Kollegen der Gruppe Notfalldarstellung für die überzeugende Verletztendarstellung, sowie dem DRK Dreieich für die erfolgreiche Zusammenarbeit. Ein weiterer Dank geht an unser Mitglied Marius Napp, der seine Baustelle für die Übung zur Verfügung gestellt hat.


(sth)