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19.10.2016 13:08 vor 1 Jahr(e)

Spielmannszug auf Reisen

Wochenendfahrt nach Waldeck im Hunsrück

Der Spielmannszug vor dem Tagungshaus Burg Waldeck (szd)

Die diesjährige vereinsinterne Wochenendfahrt führte den Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehren Götzenhain/Offenthal vom 07.10. bis 10.10.2016 nach Waldeck bei Dommershausen. Die Waldeck liegt im vorderen Hunsrück, eingebettet in große Wald- und Wiesengebiete und oberhalb des wildromantischen Baybachtals. Sie bietet Ausgangspunkt für viele Wandermöglichkeiten. Rhein und Mosel mit vielen Burgen sind ebenfalls in Kürze erreichbar.

Dort wohnten die Spielleute im Tagungshaus Burg Waldeck im Säulenhaus und waren in einfachen Mehrbettzimmern mit Stockbetten untergebracht. Der Begriff „Burg“ ist irreführend, da keinerlei Burgmauern etc. auf dem gesamten Gelände der Waldeck zu finden sind.

Nachdem am Freitag die Zimmer und Dienste zugeteilt waren und alle gegessen hatten, klang der Abend in geselliger Runde aus.

Um das Frühstück brauchten sich die Spielleute an allen Tagen nicht zu kümmern. Ein reichhaltiges Buffet wurde durch die Arbeitsgemeinschaft Burg Waldeck e.V. zur Verfügung gestellt.

Gut gestärkt ging es am Samstag zum Erlebnis Vulkanpark in Mendig. Im Lava-Dome wird mit einer spektakulären und computeranimierten Show die Geschichte zweier großer Vulkanausbrüche erzählt. Dabei speit ein Vulkan Feuer und Rauch, glühende Lava fließt durch den Raum, man spürt das Grollen beim Ausbruch und sieht die umherfliegenden Lavabrocken. Im Raum der Vulkane erzählen sprechende Steine von vier großen Vulkanausbrüche vergangener Zeit. Aktuelle seismologische Daten zu Vulkanausbrüchen und Erdbewegungen sowie aktuelle Bilder von Webcams können übers Internet abgerufen werden. Eine fiktive Nachrichtensendung im Rundkino über einen erneuten Ausbruch des Laacher See-Vulkans hält Alle in Atem. Danach ging die Führung in den Lavakeller.

Einzigartig auf der Welt sind die im Lauf der Zeit von Menschenhand entstandenen in 32 Metern Tiefe und auf einer Fläsche von ca. drei Km² gelegenen historischen Felsenkeller unterhalb der Stadt Mendig. Als die Vulkane ausbrachen und das Land mit Glut und Asche bedeckten, floss auch ein Lavastrom nach Mendig. In einer Vielzahl von Stollen und Schächten machten sich die Mendiger daran, das kostbare schwarze Baumaterial unterirdisch als Basaltlava auszubeuten. Die entstandenen Felsenkeller dienten ab dem 19. Jahrhundert für 28 Brauereien zur Bier-Lagerung. Kühlschränke gab es noch nicht und so war die gleich bleibende Temperatur von sechs bis neun Grad ideal. Heute ist noch die Vulkan-Brauerei allein am Standort Mendig übrig geblieben. Für Besichtigungen, Konzerte und Trauungen sowie zur Überwinterung von Fledermäusen wird das Areal heute genutzt.

Wieder am Tageslicht angekommen, ging es ins Freilichtmuseum Museumslay. Hier erfährt man alles über die große Mendiger Steinmetztradition sowie über das harte Arbeiten im Stollen. Nach sowiel Informationen für alle Sinne war eine Auszeit in der Vulkanbrauerei notwendig.

Wieder am Tagungsort zurück, fand ein effektiver Meinungsaustausch zu unterschiedlichsten Themen des Vereins statt.

Nach Abendbrot und individueller Freizeitgestaltung fand die Nachtwanderung im nahegelegenen Wald statt. Hierbei wurden die Augen und Ohren auf andere Weise geschärft.

Am Sonntag stand ein Ausflug zur Burg Thurant mit Führung auf dem Programm. Die Burg Thurant ist ein weithin sichtbares Wahrzeichen über dem Ort Alken an der Mosel. Teils auf römischen Grundmauern errichtet, ist sie eine der ältesten Burgen des Mosellandes. Pfalzgraf Heinrich erbaute sie 1197 zum Gedenken an die vergebliche Belagerung der Syrerfestung Thuron.

Nach Kaffee und Kuchen stand der Spielenachmittag an. Vier Gruppen durften ihr Können bei Geschicklichkeit, Allgemeinwissen und Kreativität unter Beweis stellen. Danach hieß es für elf Spielleute Abschied zu nehmen, da noch keine Herbstferien waren. Für die restlichen 13 Spielleute gab es einen gemütlichen Grillabend.

Die Heimfahrt am Montag führte über Koblenz. Vom ehemaligen Buga-Gelände aus wurde die Stadt per Seilbahn erreicht und die Altstadt besichtigt.

21 Spielleute, darunter vier Jugendliche, die nach ihrer muskialischen Ausbildung in den großen Zug gewechselt sind, und drei Kinder verbrachten ein wunderschönes Wochenende im Hunsrück. Das Zusammengehörigkeitsgefühl wurde durch die gemeinsamen Dienste, Spielenachmittag und Ausflüge gestärkt.

Ein Dank gilt dem Vergnügungsausschuss sowie allen Beteiligten, die diese Fahrt organisiert haben.

 

 


(els)