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20.08.2014 17:06 vor 3 Jahr(e)

Tag der offenen Tür und Oldtimerausstellung

Ankündigung zu: "60 Jahre LF 8 und 60 Jahre TLF 16"

Aufstellung der Manschaft vor dem LF nach einer historischen Übung (ffo)

Das LF auf einem Festumzug der Freiwilligen Feuerwehr Steinau (ffo)

Plakat zum Tag der offenen Tür am 14.09.2014 (ffo)

Die Pflege historischer Fahrzeuge gilt unserer Tage als Wahrung von Kulturgut und ist ein nicht wenig verbreitetes Hobby. Hierbei handelt es sich meist um private PKW. Sportwagen, Kleinwagen, Luxuskarossen oder Familienkutschen. Sie alle stehen für das Bild der Straße vergangener Zeiten, für Technikgeschichte, für Mobilität im Wandel und für viele sind sie einfach Ausdruck eines Lebensgefühls.

Wofür steht nun ein längst veraltetes, ausgemustertes Löschfahrzeug?

Wohl weniger für die Mobilitätsgeschichte bürgerlicher Familien. Und auch weniger für den Ausdruck eines Lebensgefühls. Das Bild der Straße wird durch Behördenfahrzeuge höchstens komplettiert und zur Technikgeschichte im Hinblick auf Fahrzeugtechnik, könnte man der Meinung sein, würde beispielsweise ein VW mit Boxer- oder ein NSU mit Wankelmotor mehr beitragen. Letzten Endes ist auch ein Feuerwehrauto nur ein Spezialaufbau auf einem "gewöhnlichen" LKW-Fahrgestell.

Anders als bei einem Privat-PKW, werden Feuerwehrautos in der Regel nach 25 Jahren durch modernere Modelle ersatzbeschafft. Sie sind Eigentum der Stadt, nicht einer Privatperson. Ihr Besitzer stellt sich nur sehr selten die sentimentale und zugleich kostenaufwändige Frage nach einem eventuellen Erhalt. Ein neues Feuerwehrauto ist extrem kostenintensiv, ein 25 bis 30 Jahre altes Fahrzeug im Vergleich dazu wertlos, nicht mehr genormt und nicht mehr einsatztauglich. Es frisst nur noch Platz und Geld.

Und doch hängen auch an Feuerwehrautos persönliche Erinnerungen. Oft die von mehr Personen, als dies bei den meisten Privatautos der Fall sein mag. Mit ihm haben mehrere Generationen von Feuerwehrleuten gemeinsam gelitten und gestritten. Haben mit ihm geübt, Einsätze bewerkstelligt und dabei Menschen und Tieren in Notsituationen beigestanden.

Viele Einsätze hinterlassen bleibende Spuren an Fahrzeug und Gerät, manche hinterlassen diese auch bei den Rettern. Ein Feuerwehrmann durchlebt Freud und Leid bei seiner Arbeit. Stets an seiner Seite sind die Kammeraden und seine Ausrüstung. Auf beides muss er sich gleichermaßen verlassen können. Zu beidem baut er eine gewisse Beziehung auf. So sollte es nicht verwundern, wenn manch ein Feuerwehrmann auch sein Einsatzfahrzeug nach zwei bis drei Dekaden als "Kamerad" betrachtet. So mischt sich unter die Freude über ein neu beschafftes Fahrzeug auch stets das Weh über den Verlust des scheidenden.

Wofür stehen nun längst ausgediente Löschfahrzeuge? Sie sind Bestandteil der Fahrzeuggeschichte, der Technikgeschichte und im Besonderen der Feuerwehrgeschichte. Sie veranschaulichen die Arbeitswelt von freiwilligen und Berufsfeuerwehren vergangener Zeit. Sie sind vielgeprüfte Kameraden und Lebensretter. Sie stehen als Symbol für die Tradition, dass sich Menschen engagieren ihren Nachbarn bei Gefahr beizustehen.

1954 wurde für die Feuerwehr Offenthal das erste Löschfahrzeug, ein LF 8 Modell "Opel Blitz", angeschafft. Seinerzeit ein Standartlöschfahrzeug, wurden mit diesem Aufbau der Firma Missen jedoch weniger als 20 baugleiche Exemplare hergestellt. 30 Jahre versah das LF seinen Dienst, bis es 1984 ausgemustert wurde. Anders als bei vielen Wehren, verbleib es jedoch im Feuerwehrhaus, hatte es doch noch einen Zweck zu erfüllen. Das LF 8 wurde nach 1984 noch weitere 10 Jahre als Übungsfahrzeug für die Jugendfeuerwehr genutzt, aus heutiger Sicht ein Luxus. An dieser Stelle nun, nach 40 Jahren, hätte es endgültig verschrottet werden sollen. Jedoch fanden sich einige Enthusiasten, welche sich bereit erklärten, das betagte Fahrzeug wieder zu restaurieren und für die Nachwelt zu konservieren. Auf dieser Basis entschied sich der Verein, das "Alte LF" von der Stadt zu übernehmen und weiterhin für dessen Erhalt zu sorgen. Ihm wurde so das übliche Schicksal eines Feuerwehrautos erspart.

2014 wird das "Alte LF" 60 Jahre alt und es steht noch immer auf seinem Platz im Feuerwehrhaus in Offenthal. Seinen Dienst verrichtet es nunmehr als "Hochzeitskutsche" sowie auf Sternfahrten oder als Einsatzfahrzeug bei historischen Übungen auf Feuerwehrfesten. Zu Ehren des 60-jährigen Jubiläums dieses ersten Löschfahrzeugs Offenthals veranstaltet der Verein am 14. September 2014 einen Tag der offenen Tür rund um das Feuerwehrhaus. Hiermit verbunden sind eine Oldtimerausstellung mit Sternfahrt und weitere Programmpunkte, wie Frühschoppen und einzelne Vorführungen.

Die Fahrzeugausstellung wird im ersten Teil versuchen den historischen Wandel von verschiedenen Behördenfahrzeugen über die vergangenen 60 Jahre zu veranschaulichen. In einem zweiten Teil werden private PKW, LKW und Landmaschinen zur Besichtigung ausgestellt. Näheres sowie eine Anmeldung für Oldtimerfahrzeuge findet sich hier: www.feuerwehr-offenthal.de/oldtimertreffen.html


(jbr)